Klinik für Neurologie

Die neurologische Klinik verfügt über 55 Betten der neurologischen Rehabilitationsphase D (Anschlussheilbehandlung), über 60 Betten der neurologischen Rehabilitationsphase C (Früh-Rehabilitation) und über 15 teilstationäre Behandlungsplätze.
Eine neurologische Rehabilitationsbehandlung ist dann notwendig, wenn als Folge von Schädigungen, die vor allem durch eine Erkrankung des zentralen oder peripheren Nervensystems verursacht sind, voraussichtlich nicht nur vorübergehende Fähigkeitsstörungen bzw. Beeinträchtigungen körperlicher oder psychischer Funktionen vorliegen.
Die hohe Plastizität des menschlichen Gehirns, d.h. die Fähigkeit, Funktionen von geschädigten auf noch gesunde Hirnbereiche zu übertragen, ist die Grundlage für die Behandlungsstrategien in der neurologischen Rehabilitation. Durch Training und Aktivierung gestörter, zerebraler Funktionen kann es gelingen, Krankheitsfolgen zu kompensieren bzw. zu reduzieren.

Zu den neurologisch-rehabilitativ behandelbaren Krankheitsbildern zählen vor allem:
- Vaskuläre Erkrankungen (z.B. Zustand nach Hirninfarkt oder Hirnblutung, Subarachnoidalblutung
- zerebrale Hypoxie, Durchblutungsstörung im Bereich des Rückenmarks)
- Hirn- oder Rückenmarksverletzungen
- Entzündliche Erkrankungen des Gehirns, der Hirnhäute und des Rückenmarks (z.B. Meningitis, Meningoenzephalitis, Enzephalitis, Encephalomyelitis disseminata = Multiple Sklerose, Myelitis)
- Neubildungen an Hirn oder Rückenmark (Zustand nach operativ, strahlentherapeutisch oder konservativ behandelten Hirn- oder Rückenmarkstumoren)
- Degenerative Hirn- oder Rückenmarkserkrankungen (vor allem Parkinsonsyndrom, Demenz im Früh-Stadium)
- Erkrankungen und Verletzungen des peripheren Nervensystem (z.B. Polyneuropathie, Guillain-Barré-Syndrom, Plexuslähmung)
- Myopathien (Muskelkrankheiten)
- Chronische Schmerzsyndrome

Charakteristische Funktionsstörungen bei den oben genannten Erkrankungen sind:
- Störungen der aktiven und passiven Bewegungsfähigkeit, z.B. bei motorischen Lähmungen
- Schmerzen, Missempfindungen und Taubheit im Rahmen von Sensibilitätsstörungen
- Schluckstörungen
- Störungen der Sprachfunktion (Aphasie), des Sprechens (Dysarthrie), des Lesens und des Schreibens
- Störungen der Sinneswahrnehmungen, z.B. des Sehens und des Hörens
- Psychische bzw. neuropsychologische Störungen, z.B. Beeinträchtigung der räumlichvisuellen Wahrnehmung, Apraxie, Neglect, Agnosie, Aufmerksamkeitsstörungen, Lern- und Gedächtnisstörungen, Störungen des problemlösenden Denkens und Planens, Akalkulie, Störungen des Antriebs und der Motivation, des Affektes oder des Willens, fehlende Krankheitseinsicht, Persönlichkeitsänderungen oder soziale Interaktionsstörungen.
Ziel der neurologischen Rehabilitation ist es, die vorhandenen Störungen zu bessern oder zu beseitigen bzw. eine Verschlimmerung zu verhüten. Der Patient soll durch die Therapie befähigt werden, eine Erwerbstätigkeit oder bestimmte Aktivitäten des täglichen Lebens möglichst wieder im früheren, vor der Erkrankung vorhandenen Umfang auszuüben.

Um eine optimale Behandlung zu gewährleisten, wird in der neurologischen Klinik ein integrativer Therapieansatz verfolgt, der besonderen Wert auf die Bildung eines interdisziplinären Ärzte- und Therapeutenteams (Neuropsychologie, Krankengymnastik, Ergotherapie, Bäder- und Massagetherapie, Logopädie, Ernährungsberatung und Sozialdienst) und auf die Messbarkeit der Behandlungsergebnisse legt. So werden bei Aufnahme der Patienten die vorhandenen Funktionsstörungen qualitativ sowie quantitativ erfasst und bei Abschluss der Behandlung das Rehabilitationsergebnis gemessen. An diagnostischen Methoden werden Elektroenzephalographie (EEG), Elektroneurographie (ENG), Elektromygraphie (EMG), Evozierte Potenziale (EP), Videoendoskopie des Schluckaktes und Ultraschall der Hals- bzw. Hirngefäße (ECD, TCD) eingesetzt.



