
Der Baden-Württembergische Triathlonverband BWTV organisiert in Kooperation mit den Sankt Rochus Kliniken Bad Schönborn und der Challenge Kraichgau den 1. Sportmedizinkongress Bad Schönborn.

Die Therapieform wurde ursprünglich für Patienten mit Amputationen und Phantomschmerzen vom indischen Professor Ramachandran in den 90er Jahren entwickelt.
Bei halbseitig gelähmten Patienten kann durch dieses spezielle Training der betroffenen Arm oder die Hand, aber auch die untere Extremität gezielt therapiert werden.
Die 76-jährige Patientin blickt in den Spiegel und beobachtet ihre linke Hand. Ganz konzentriert führt sie jede Bewegung aus, die die Ergotherapeutin Christina Heissig ihr vorgibt: Finger einzeln bewegen, Hand langsam drehen. Das klappt ganz gut – mit links. Der rechte Arm ist hinter dem Spiegel verborgen, gelähmt nach einem Schlaganfall. Als die Patientin aus dem Odenwald zur Reha in die Sankt-Rochus-Kliniken nach Bad Schönborn kam, war der rechte Arm vollkommen bewegungsunfähig. Doch jetzt, nach gerademal zwei Wochen Therapie, heben sich die Finger leicht, dreht sich die Hand schon fast von alleine. „Am Anfang ging gar nichts“, erinnert sich die Therapeutin, doch schon in der ersten halben Stunde sei ein Effekt zu verzeichnen gewesen. In den Sankt Rochus Kliniken wird mit dem Spiegeltraining gearbeitet, einer neuen Behandlungsmethode für Halbseitengelähmte, die ganz hervorragende Resultate erzielt. „Es ist eine so genannte Imaginations-Therapie“, erläutert Petra Feindt, Oberärztin der Klinik für Neurologie. Durch das Betrachten der gesunden Hand im Spiegel entsteht die Illusion, die gelähmte Hand könne sich wieder bewegen. Hier kommen die Spiegelneuronen ins Spiel. Nervenzellen, die bei der Beobachtung aktiv werden und die motorischen Hirnzentren stimulieren sollen. „Das ist wie beim Gähnen und steckt genauso an“, erklärt die Ärztin. Zwei Ergotherapeutinnen mit Spezialausbildung in der Spiegeltherapie unterstützen die Patienten beim Üben. „Es ist eine einfache, preiswerte, für den Patienten schmerzfreie und sehr effektive Methode“, befindet Therapieleiter Uwe Schwan. Genauso wie für Arm und Hand ist die Spiegeltherapie für Bein und Fuß einsetzbar. Voraussetzung ist, dass der Betroffene kognitiv dazu in der Lage ist, die Bewegungsübungen auszuführen.

VOR DEM SPIEGEL übt Ergotherapeutin Christina Heissig (links) mit der Patientin, deren rechter Arm gelähmt ist. Oberärztin Petra Feindt und Therapieleiter Uwe Schwan beobachten die Fortschritte.
Foto: psp
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